Mittwoch, 14.01.2026

Gedenktafel in Wiesbaden erinnert an Schriftsteller Marek Hłasko

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Am Haus Hauberrisserstraße 26 in Wiesbaden ist eine Gedenktafel für den polnischen Schriftsteller Marek Hłasko angebracht worden. Die Initiative ging vom Deutsch Polnischen Verein Wiesbaden aus. Das Stadtarchiv hat die Tafel angefertigt. Anlass ist das in Polen ausgerufene Jahr 2024 zu Ehren Hłaskos.

Gedenktafel am Sterbeort

Die Tafel erinnert am Gebäude, in dem Hłasko 1969 starb, an sein literarisches Werk und seine Bedeutung für die polnische Literatur. Nach Angaben der Veranstalter soll damit sowohl an sein Lebenswerk erinnert als auch seine Wahrnehmung als eine prägende Stimme der polnischen Nachkriegsliteratur gewürdigt werden.

Stationen seines Lebens und Werk

Marek Jakub Hłasko wurde am 14. Januar 1934 in Warschau geboren. Seine Kindheit war von schwierigen Familienverhältnissen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs geprägt. 1949 begann er eine Ausbildung in Warschau, die er jedoch abbrach. 1952 arbeitete er als Arbeiterkorrespondent bei der Tageszeitung Trybuna Ludu. Ein Jahr später erhielt er ein Stipendium des Polnischen Schriftstellerverbands, 1954 erschien sein Debüt.

Hłasko wurde vor allem durch seinen Erzählband „Der erste Schritt in den Wolken“ international bekannt. Mehrere seiner Texte wurden verfilmt. Bei Dreharbeiten zu dem Film „Der achte Wochentag“ lernte er die deutsche Schauspielerin Sonja Ziemann kennen, die er später heiratete. 1958 erhielt er den Preis der Polnischen Verleger.

Exil, Tod und Nachwirkung

Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der polnischen Regierung und dem System wurde ihm nach einem längeren Auslandsaufenthalt die Rückkehr nach Polen verwehrt. Hłasko lebte in dieser Phase unter anderem in West Berlin, Israel, der Schweiz und den Vereinigten Staaten. 1969 reiste er nach Wiesbaden, um an einem Filmprojekt zu arbeiten. Er starb am 14. Juni 1969 in dem Haus Hauberrisserstraße 26. Sein symbolisches Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof. 1975 wurden seine sterblichen Überreste nach Warschau überführt und dort beigesetzt.

Die neue Gedenktafel in Wiesbaden ist Teil der lokalen Erinnerungsarbeit an einen Schriftsteller, dessen Werk und Leben in Polen weiterhin diskutiert und gewürdigt werden.

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