Mittwoch, 14.01.2026

Wiesbadener Foto der Luftbrücke wird Teil der Bonner Dauerausstellung

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Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn hat am 8. Dezember seine neu konzipierte Dauerausstellung unter dem Titel ‚Du bist Teil der Geschichte‘ wiedereröffnet. Teil der Präsentation ist ein historisches Foto aus dem Stadtarchiv Wiesbaden, das die Beladung alliierter Flugzeuge auf dem Flugplatz in Erbenheim während der Berliner Luftbrücke zeigt.

Neuausrichtung der Ausstellung

Das Museum, das seit 1994 zu den meistbesuchten in Deutschland zählt, versteht sich als Dokumentationsort für politische, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen seit 1945. Die überarbeitete Dauerausstellung will neben den bekannten politischen und wirtschaftlichen Ereignissen auch Alltagskultur und neue mediale Zugänge zeigen. Ein Schwerpunkt der Neukonzeption liegt auf der Darstellung von Kontinuitäten und Brüchen in der deutschen Nachkriegsgeschichte sowie auf Entwicklungen seit 1990.

Fotografie aus Wiesbaden zur Luftbrücke

Die vom Stadtarchiv eingereichte Aufnahme trägt die Signatur F000 Nr. 7453 und stammt von einem unbekannten Fotografen. Sie dokumentiert die Beladung der sogenannten ‚Rosinenbomber‘ auf dem Flugplatz Erbenheim. Im Sommer und Herbst 1948 diente der US Luftwaffenstützpunkt in Wiesbaden als zentrale Drehscheibe für die Versorgung West-Berlins, nachdem die Stadt von sowjetischer Seite eingeschlossen worden war. Die Flugzeuge wurden zu einem Symbol für die Solidarität mit West-Berlin in den ersten Jahren des Kalten Krieges.

Beteiligung des Stadtarchivs und Reaktionen

Für das Stadtarchiv Wiesbaden nahmen der Archivleiter Dr. Peter Quadflieg und die Facharchivarin Ulrike Heinisch an der Eröffnung in Bonn teil. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eröffnete die Schau im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Quadflieg verwies darauf, dass Weimer die Arbeit der Archivare als wesentlich für die Vermittlung von Geschichte hervorgehoben habe. Er sagte, dies habe ihn besonders gefreut.

Der Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl betonte die Bedeutung der Präsenz Wiesbadens in der Ausstellung. Er erklärte: ‚Es ist eine besondere Freude, dass Wiesbaden in diesem wichtigen Museum unseres Landes vertreten ist.‘ Quadflieg bewertete die Beteiligung als Gewinn für die Sichtbarkeit regionaler Geschichte im nationalen Kontext. Er sagte, nun sei ein kleines Stück Wiesbaden Teil der bundesrepublikanischen Nationalgeschichte in Bonn geworden.

Die Aufnahme aus dem Stadtarchiv illustriert nach Ansicht der Beteiligten sowohl die operative Rolle Wiesbadens während der Luftbrücke als auch den Beitrag kommunaler Archive zur überregionalen Erinnerungskultur. Mit der Einbindung lokaler Quellen soll die Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Geschichte ergänzt und erweitert werden.

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