Freitag, 06.02.2026

Kastel richtet Kinderparlament ein und gewährt Antragsrechte für kommunale Gremien

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In Kastel hat am Donnerstag, 5. Februar, ein Kinderparlament seine Arbeit aufgenommen. Das neue Gremium besteht aus 16 gewählten Vertreterinnen und Vertretern aus den dritten und vierten Klassen und ist als Pilotprojekt des Amtes für Soziale Arbeit angelegt. Die Stadt betont damit, Kinderbeteiligung systematisch in lokale Entscheidungsprozesse einzubinden.

Zusammensetzung und Arbeitsweise

Dem Kinderparlament gehören je nach Wahl Delegierte aus der Bertha von Suttner Schule, der Gustav Stresemann Schule, der Krautgartenschule und dem Kinder und Jugendzentrum an der Reduit an. Die Sitzungen werden von der Abteilung Schulsozialarbeit Kinder koordiniert. Die Mitarbeitenden dieser Abteilung bereiten die Treffen gemeinsam mit den Schulen vor, begleiten sie und übernehmen die pädagogische Unterstützung.

Das Gremium trifft sich bis zu dreimal im Jahr. Die Amtszeit beträgt ein Schuljahr, Wiederwahl ist möglich. Entscheidend ist, dass das Kinderparlament Antragsrechte, Rede- und Vorschlagsrechte in den Organen der Gemeinde und im Ortsbeirat erhält. Diese Rechte sollen im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden.

Hintergrund und Ziele

Die Gründung knüpft an die Arbeit des Zukunftsausschusses aus dem Jahr 2023 an. Ende vergangenen Jahres hatten Kinder der Bertha von Suttner Schule ihre Anliegen im Ortsbeirat vorgestellt und damit den Impuls für den Aufbau eines eigenen Parlaments gegeben. Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit und Koordinatorin des Projekts, sagte, es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie ernsthaft die Kinder ihre Rolle übernommen hätten und Verantwortung getragen hätten.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher betonte bei der Eröffnung im bunt geschmückten Sitzungssaal der Ortsverwaltung, die gewählten Mitglieder seien dazu bestimmt, mitzureden und mitzugestalten. Sie ergänzte, die Kinder wüssten am besten, was im Stadtteil gebraucht werde, und das Parlament solle dazu beitragen, ein nachhaltiges Demokratieverständnis zu fördern. Die Themen reichen von Klima über Mobilität bis zu Spiel und Freizeitangeboten.

Finanzierung und Unterstützung

Für eigene Projekte stehen dem Kinderparlament Mittel aus dem Budget des World Design Capital Projekts „Auf die Plätze los“ zur Verfügung. Zudem unterstützt der Ortsbeirat das Gremium mit einem eigenen Budget. Dr. Becher kündigte an, entsprechende Mittel für den nächsten Haushalt anzumelden.

Bei der Vorbereitung und dem Start des Kinderparlaments wirkten der Ortsbeirat Kastel, die Ortsverwaltung, Jutta Kühn Mertens, Evelyn Erk, die beteiligten Schulen, das Kinder und Jugendzentrum in der Reduit sowie das Smart City Dezernat mit. Ortsvorsteher Hartmut Bohrer bezeichnete die Gründung als historischen Moment für Wiesbaden.

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