Donnerstag, 02.04.2026

Wiesbaden startet inklusives Kunstprojekt mit zehn Tandems und Auktion

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Mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus ist in Wiesbaden am 1. April das inklusive Kunstprojekt touched by art: Kunst berührt inklusiv offiziell gestartet. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende eröffnete die Veranstaltung und betonte die Absicht, Kunst als Raum für Begegnung und Teilhabe zu nutzen. Träger und Sozialverbände sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur und Politik nahmen an der Eröffnung teil.

Arbeitsweise und Beteiligte

Kern des Projekts ist die Zusammenarbeit von zehn künstlerischen Tandems jeweils bestehend aus einer Person mit und einer Person ohne Beeinträchtigung. Die Tandems arbeiten in zwei Phasen zu je vier Wochen im April und Mai in barrierefreien Ateliers im Palasthotel zusammen. Ergänzt wird das bildende Programm durch ein begleitendes Tandem in den Bereichen Musik und Literatur.

Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gehören unter anderem Marion Eichmann, René Dantes, Katrin Kampmann, Helge Leiberg, Eva Ohlow, Thomas Reifferscheid, Renata Tumarova, Silvia Willkens, Miriam Vlaming und Susanne Zuehlke. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigungen werden von Trägern der Eingliederungshilfe begleitet, darunter EVIM, IFB Stiftung, Facettenwerk, Vitos, Werkgemeinschaft sowie Eigenart und die Kunstwerker.

Das Projekt hat vorab ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit erfahren. Internationale Persönlichkeiten wie Udo Lindenberg, Yayoi Kusama und Gerhard Richter unterstützen das Vorhaben als Botschafter und wollen die Sichtbarkeit von Kunstschaffenden mit Behinderungen erhöhen.

Dokumentation, Film und öffentliche Präsentation

Die Arbeit der Tandems wird filmisch begleitet, um Einblicke in die künstlerischen Prozesse und die Begegnungen zu ermöglichen. Als begleitende Veranstaltung wird am 13. Mai der Film Zeppelin oben rechts im Caligari Kino Wiesbaden gezeigt. An dem Filmgespräch nimmt unter anderem Andreas Winkel, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, teil.

Ein zentraler Termin ist die Präsentation und Versteigerung der entstandenen Werke am 25. Juni im Museum Reinhard Ernst. Die Versteigerung erfolgt in Kooperation mit dem Auktionshaus Christies, die Erlöse sollen in die nachhaltige Förderung inklusiver Kunstprojekte in Wiesbaden fließen. Anschließend sind die Arbeiten vom 17. Juli bis zum 23. August in einer Ausstellung im Bellevue Saal zu sehen. Die Ausstellungseröffnung ist für den 17. Juli um 19 Uhr geplant.

Ziele und Perspektive

Die Stadtverwaltung versteht touched by art als langfristigen Impulsgeber für eine inklusive Kulturentwicklung. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende machte deutlich, dass es dem Projekt nicht nur um einzelne Veranstaltungen, sondern um den Aufbau dauerhafter Strukturen für kulturelle Teilhabe geht. Die kommunale Inklusionsbeauftragte Andrea Hausy, Initiatorin der Idee, betonte, dass Inklusion einen gesellschaftlichen Mehrwert bedeute und das Projekt viele Menschen erreichen solle.

Die Veranstalter rechnen damit, dass die Kombination aus künstlerischer Zusammenarbeit, Dokumentation, Film und Auktion dazu beitragen kann, die Präsenz von Kunstschaffenden mit Behinderungen in der regionalen Kulturszene zu erhöhen und nachhaltige Netzwerke zu schaffen.

Weitere öffentliche Termine des Projekts umfassen die Tandemarbeit im April und Mai, die Kinoveranstaltung im Mai, die Auktion im Juni und die Ausstellung im Bellevue Saal im Juli und August.

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